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Presseberichte

Koalitions-Poker war Thema beim Aschermittwoch:

Rechtzeitig die Reißleine gezogen
Liberale feierten fröhlich ihre traditionelle Polit-Party

Wannweil Pascal 070218Wannweil.  Wirtshaussaal voll, Stimmung toll, Gastgeber und Gäste zufrieden – so kann man den Politischen Aschermittwoch von Freier Liste und Freien Demokraten in Wannweil charakterisieren. Der  FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober, FL-Fraktionsvorsitzender Helmut Bader und Kreis- und Stadtrat Hagen Kluck waren mit sich und ihrer Partei zufrieden und teilten kräftig gegen die Gegner von links und rechts aus. Zu den Klängen von Berthold Grauers Akkordeon wurde diesmal nicht nur „Viva Wannweilia“ gesungen, sondern auch „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Der frischgekürte Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Julius Langer aus Wannweil, eröffnete die feucht-fröhliche Polit-Party in der Bahnhofsgaststätte. Man feiere hier zu recht, weil Wannweil bei der Bundestagswahl das beste FDP- und das schlechteste AfD-Ergebnis im Kreis Reutlingen gebracht habe. Wenn Baden-Württemberg das liberale „Stammland“ sei, dann könne man Reutlingen als den „Stammkreis“ und Wannweil als die „Stammgemeinde“ bezeichnen. In der liberalen „Stammwirtschaft“ waren dann auch alle drei Gemeinderäte der Freien Liste, der FDP-Kreisvorsitzende Reinhold Maas und die Senioren-Vorsitzende Angelika Wagner dabei.

 

„Nicht nur wir Alten feiern heute, ich seh‘ auch manche jungen Leute“, freute sich Helmut Bader, „die Liberalen geh’n nicht unter, d’rum sind so viele heute munter.“ Junges Engagement wünschte er sich auch für die Kommunalpolitik: „So sollt‘ es auch im Rathaus sein, da müssen junge Leute rein.“ Er beklagte die immer häufigere Zusammenarbeit von CDU und Grün-Alternativer Liste in Wannweil. „Damit den Bürger man recht quäle, sind sie ein Herz und eine Seele“, reimte Bader, „im Rathaus kocht man delikat, aus Schwarzwurst wird grüner Salat!“ Der Gemeinderat beklagte „Diskalkulie im Rathaus“, wetterte gegen die Spielhalle am Waldrand und rügte die „Bürgerferne“ der anderen Gruppierungen im Ort. Sein Fraktionskollege Michael Wahl bekannte sich mit Nachdruck zur Freien Liste für Dorferhaltung und Umweltschutz. Auf Kreis-, Landes-, Bundes- und Europa-Ebene sei die FDP die erste Wahl.

Pascal Kober erläuterte noch einmal die Grüne für den Ausstieg der Freien Demokraten aus den Jamaika-Sondierungen. Angela Merkel sei da zwar auf viele Wünsche der Grünen eingegangen, habe aber die Forderungen der FDP auf eine bessere Bildungs- und Digitalisierungspolitik, auf die Abschaffung des Solidaritätszuschlages und auf ein modernes Einwanderungsrecht abgelehnt. Was die Große Koalition jetzt vorhabe, sei so unambitioniert wie auch die geschäftsführende Kanzlerin überhaupt sei. Der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende bekundete die Bereitschaft, eine Minderheitsregierung der CDU/CSU von Fall zu Fall zu unterstützen. Angesichts des heftigen Tauziehens und des Personal-Debakels in der SPD um die Große Koalition sei eine Minderheitsregierung das kleinere Übel.

FDP-Kreisrat Hagen Kluck nahm die aktuell wieder aufgeflammte Debatte über einen Stadtkreis Reutlingen aufs Korn. Auch als Stadtkreis werde Reutlingen das gute Verhältnis zu den Nachbarkommunen bewahren. Die gemeinsamen Gewerbegebiete mit Kirchentellinsfurt und Kusterdingen zeigten ja, dass ein gutes Miteinander nicht an eine Kreiszugehörigkeit gebunden sei. Wannweil müsse sich auch nicht nach Tübingen „umkreisen“ weil es dann auf der Landkarte nicht mehr direkt mit dem Rest-Kreis verbunden wäre. „Es wird auch künftig keine Zäune und Mauern, keinen Zollschranken und Schlagbäume geben,“ versicherte Kluck. Der Kreis täte sich ohne das Gefälle zwischen Großstadt und ländlichem Raum leichter. Kliniken, Sparkasse und berufliche Schulen würde man gemeinsam tragen. Zum Landratsamt könnten Wannweiler weiterhin nach Reutlingen. Man liebäugele dort schon jetzt mit einem Neubau – „egal wie‘s ausgeht“.

 

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